DREI Fotos erzählen EINE Geschichte

Amüsante, hintergründige und überraschende Foto-Kurzgeschichten sind in der diesjährigen Ausstellung im Piesberger Gesellschaftshaus zu entdecken.

Amateur- und Profi-Fotografinnen und Fotografen waren aufgerufen, sich an der Ausstellung zu beteiligen. Das Thema lautete DREI Fotos erzählen EINE Geschichte. Zahlreiche Fotoreihen wurden eingereicht, die auf unterschiedlichste Weisen Geschichten und Momente anhand dreier Fotos erzählen.

Es stellen aus:
Vasna Aguilar, Stefan Berdelsmann, Angela von Brill,
Stephan Drop, Renate Elschen, Achim Giller, Frauke Gläser,
Ulrich Greiten, Friedrich Kötter-Hempelmann, Lars Koretz,
Richard Otten-Wagener, Oliver Vornberger


Was ist eine „Geschichte“? Das Wort beschreibt eine Erzählung, die zahlreiche Thematiken beinhalten kann und meist über etwas Vergangenes berichtet.
In unserer Ausstellung werden die Geschichten in Form von dreiteiligen Fotoreihen erzählt. Die facettenreiche Ausstellung mit den mal witzigen, spannenden oder überraschenden Schilderungen wird auch in diesem Jahr von Marianne Clausmeier, Sarah Ramlow und Imke Wedemeyer kuratiert.

Auf den ersten Blick fallen die ästhetisch ansprechenden Fotografien von Stephan Drop auf. Die kurze Geschichte ist schnell zu begreifen und besticht durch ihren Witz. Die Reihe zeigt ein Glas, in das Milch hineingegossen wird. Der nächste Moment zeigt einen Schokoriegel, der just in diesem Moment in das Glas hinein fällt. Am Ende verbinden sich Schokolade und Milch und werden trotz ihrer unterschiedlichen Konsistenzen binnen weniger Sekunden zu Kakao.


Genauer hinschauen muss man dagegen bei den Fotografien von Richard Otten-Wagener. Die ortsbezogene Geschichte zeigt neben dem Straßenschild des Fürstenauer Wegs eine Ampel, die in der darauf folgenden Nahaufnahme eine Besonderheit aufweist. Aus einem Loch blickt ein kleiner Vogel heraus. Scheinbar ein passender Ort zum Nisten oder um das Treiben an diesem Ort zu beobachten. Doch sobald die Ampel wie im nächsten Foto auf grün umspringt, ist es auch für den kleinen Vogel Zeit, sich auf den Weg zu machen.


Eine Geschichte kann auch durch Gegenstände erzählt werden, wie Friedrich Kötter-Hempelmann mit „Süße Machenschaften“ zeigt. Der Fotograf demonstriert den Weg von der Zuckerrübe bis hin zum Zucker und damit auch die Verknüpfung zwischen Natur – Mensch – Industrie.


Überraschend ist das Motiv der Toilettenrolle, das es in die Ausstellungsräume des Cafés geschafft hat. Achim Giller widmet sich einem Zeitraffer. „Der Ablauf… – wer zu spät kommt“ zeigt die Phasen der Nutzung von Toilettenpapier. Zu Beginn wird der Anfang noch liebevoll gefaltet, ehe sie mit der Zeit in Mitleidenschaft gerät und zum Schluss die Papprolle zum Vorschein kommt. Das Motiv mag auf den ersten Blick ungewöhnlich wirken. Es erinnert an den immer weiter gefassten Kunstbegriff. Möglicherweise ist es auch eine Hommage an Marcel Duchamp zu interpretieren. 1917 stellt er das um 90 Grad gedrehte Urinal „Fontaine“ aus und ironisiert damit den auratischen Raum des Museums.


Neben ungewöhnlichen Motiven gibt es auch einen ungewöhnlichen Ausstellungsort: Die Fotografien von Renate Elschen befinden sich an der Küchentür, denn sie erzählen die Geschichte eines wieder zum leben erweckten Küchenmessers.

Mancher Inhalt ergibt sich auf den ersten Blick, andere Geschichten benötigen eine intensivere Auseinandersetzung.

Wir laden Sie herzlich ein, 14 unterschiedliche Geschichten zu betrachten und sich über die unterschiedlichen Sicht- und Herangehensweisen auszutauschen.
Und dies natürlich gern in der sonntäglichen Atmosphäre des Cafés bei Kaffee und Kuchen…

Die Ausstellung ist in dieser Saison an folgenden Tagen geöffnet:
dienstags + donnerstags von 16 bis 18 Uhr
sonntags, während das Café geöffnet ist, von 14 bis 18 Uhr
und nach Vereinbarung